Die Bassseite

Die Bassseite des Akkordeons wird normalerweise mit der linken Hand gespielt und stellt Basstöne und vorgefertigte Akkorde zur Verfügung. Ein zweireihiges Akkordeon hat auf der Diskantseite zwei Knopfreihen, eine innere und eine äußere, im Quintabstand. (In Irland spielt man gern ein Instrument mit zwei Reihen im Abstand einer kleinen Sekunde; das wird anders gespielt.) Die folgenden Diagramme zeigen, welche Knöpfe auf der Bassseite man für welche harmonischen Funktionen (= Akkorde) drückt. Grau sind mögliche Wechselbässe gekennzeichnet.

Die Knöpfe auf der linken Seite sind in vier Spalten zu je zwei Knöpfen angeordnet. In den Spalten 1 und 3 von links sind die Bässe, in den Spalten 2 und 4 die Akkorde.

Innere Reihe

Tonika:

bass_innen_tonika

Dominante:

bass_innen_dominante

alternative Spielweise: bass_aussen_tonika

Subdominante:

bass_innen_subdominante_zug

alternative Spielweise: bass_innen_subdominante_druck

Äußere Reihe

Tonika:

bass_aussen_tonika

alternative Spielweise: bass_innen_dominante

Dominante:

bass_aussen_dominante

Subdominante:

bass_innen_tonika

Moll

Tonika:

bass_moll_tonika

Dominante:

bass_moll_dominante_dur

alternative Dominante (moll): bass_moll_dominante_moll

Subdominante:

bass_moll_subdominante_moll

alternative Subdominante (dur): bass_aussen_dominante

Subdominanttonart zur inneren Reihe

Tonika:

bass_innen_subdominante_zug

alternative Spielweise: bass_innen_subdominante_druck

Dominante:

bass_innen_tonika

(Die Subdominante ist nur im Clubsystem vorhanden.)

Fraton Club-Akkordion

Ab und an stoße ich auf ein Stück, das mir gefällt und das ich aufm diatonischen Akkordeon spielen will, das aber das zweireihige Akkordeon doch an seine Grenzen bringt. Meist geht es zwar irgendwie schon, aber man muss so viel an den Noten rumändern, dass es mich schon etwas dauert. Für solche Lieder weiche ich dann gern auf ein Club-Akkordeon aus. Zum einen bewahrt das Club-Akkordeon das wunderbare Spielgefühl des Zweireihers recht gut; zum anderen bietet es aber ein ganzes Bündel sinnvollerer Erweiterungen. Und schließlich bekommt man auf eBay gute Club-Akkordeone fürn Appel und’n Ei nachgeschmissen, weil die nicht en vogue sind und die Spieler fast alle so alt, dass sie jetzt abtreten und die Erben mit den Kisten nichts anzufangen wissen. 😀

So haben sich bei mir einige Club-Akkordeone angesammelt. Allerdings sind das meist Spezialfälle: Die Ouvertüre IV von Hohner ist zwar ein Trauminstrument (mit einem Traumklang), ist mir allerdings fürs tägliche Spielen viel zu groß und schwer und unhandlich. Am anderen Ende der Skala ist die Preciosa von Honer: Wunderbar klein und leicht, aber dafür eben auch ohne Wums. Allerdings kannse schreien, die Kleine. Außerdem sind alle diese Instrumente schon betagt und haben daher mitunter so ihre Zipperlein.

Deshalb wollte ich schon lange ein frisches Club-Akkordion haben. Das ist aber nun schwierig, weil die Auswahl doch arg eingeschränkt ist und von den üblichen Herstellern meist nur noch große, schwere Kisten angeboten werden. Ich verfiel also auf die Idee, mir ein neues Club-Akkordion eigens bauen zu lassen, das auf meine Wünsche zugeschnitten sein sollte. Nachdem ich ein paar Mal bei Andreas Sommer in Brandenburg an der Havel war, damit er mir verschiedene Akkordeone überholen sollte, hatte ich genug Vertrauen gefasst, ihn zu bitten, mir solch ein Club-Akkordeon zu bauen. Er hat mir einen, wie ich finde, sehr vorteilhaften Preis genannt und sich an die Arbeit gemacht. Dann war aber erst mal lange Ruhe. (Das kenne ich auch von anderen Handzuginstrumentenbauern.) Dann war es endlich im Frühjahr 2016 fertig – mehr oder weniger. Ich bin’s probespielen gegangen, hatte dann aber noch den einen oder anderen Änderungswunsch. Herr Sommer hörte sich alles brav und geduldig an und machte sich dann wieder ans Werk. Und dann war wieder eine Zeit lang Ruhe. Aber jetzt, im Dezember, war’s dann soweit. Ich fuhr wieder ins schöne Brandenburg. Brandenburg_1

img_20161209_165247

img_20161209_182543 Viel besser! Einen kleinen Änderungswunsch hatte ich noch (den hat er sofort in fünf Minuten erledigt), und dann ward sie mein.

Sie spielt sich so angenehm und leicht, dass ich seitdem fast keine andere Harmonika mehr in die Hand genommen habe. Sie hat genau das silbrige Vintage-Tremolo, das ich wollte. (Meinen Ausflug in die so »moderne« schwebungsfreie Akkordeonstimmung habe ich hinter mir – laaangweilig!) Sie hat Bässe mit Wums und Volumen. Sie hat vier Knöpfe in der Hilfsreihe – nicht zu viel und nicht zu wenig. Sie ist wunderschön. Und sie ist eine Club-Harmonika, sodass ich auf ihr Dinge spielen kann, die auf einem Zweireiher zu sehr zerfleddert werden müssten wie z. B. das hier: